Wie dieser Vergleich entsteht: Die THG-Prämie ist ein Marktpreis, der sich fast wöchentlich ändert — eine „ewige Bestenliste" gibt es nicht und wäre unseriös. Ich erkläre dir deshalb die Mechanik: wie die Auszahlungsmodelle funktionieren, welche Beträge im Juni 2026 realistisch sind und woran du einen fairen Anbieter erkennst. So kannst du den tagesaktuellen Vergleich selbst bewerten, statt einer Werbe-Zahl zu vertrauen. Konkrete Beträge sind Stand Juni 2026 und dienen der Einordnung. Sollte ich künftig Affiliate-Links setzen, sind sie klar gekennzeichnet — meine Einschätzung bleibt davon unberührt.
🎯 Die schnelle Antwort für Eilige
- Höhe 2026: rund 300 € sind realistisch, Top-Garantieangebote bei ca. 380 €. „Bis zu 450 €" sind Risiko-Modelle ohne Garantie.
- Vergleichen lohnt sich enorm: Manche Großmarken zahlen unter 100 €, andere das Drei- bis Vierfache — für denselben Aufwand.
- Nur reine E-Autos: Plug-in-Hybride und Hybride bekommen nichts.
- Privat steuerfrei, bei Firmenwagen im Betriebsvermögen steuerpflichtig.
- Frist: bis 15. November 2026 ans Umweltbundesamt — beim Anbieter besser bis Anfang/Mitte Oktober einreichen.
Was ist die THG-Prämie überhaupt?
Hinter dem sperrigen Kürzel steckt eine einfache Idee. THG steht für „Treibhausgasminderung". Der Staat verpflichtet die Mineralölkonzerne, den CO₂-Ausstoß ihrer Kraftstoffe Jahr für Jahr zu senken — die sogenannte THG-Quote. Wer das nicht aus eigener Kraft schafft, kann sich Einsparungen von anderen kaufen. Und genau hier kommst du als E-Auto-Fahrer ins Spiel: Dein Auto stößt im Betrieb kein CO₂ aus, diese Einsparung ist handelbar.
Das Umweltbundesamt zertifiziert die CO₂-Ersparnis deines Fahrzeugs einmal pro Jahr pauschal. Dieses Zertifikat — deine THG-Quote — wird an ein Mineralölunternehmen verkauft. Der Erlös daraus ist die THG-Prämie. In der Praxis machst du das nicht selbst, sondern ein Dienstleister (ein „Vermittler" oder „Abwickler") bündelt tausende Fahrzeuge und übernimmt den Handel. Du lädst nur deinen Fahrzeugschein hoch, der Rest läuft im Hintergrund.
Wichtig zur Einordnung: Die THG-Prämie hat nichts mit der staatlichen Kaufförderung beim E-Auto-Kauf zu tun. Sie wird nicht aus einem Fördertopf bezahlt, sondern über den Quotenhandel finanziert — und du bekommst sie jedes Jahr aufs Neue, einfach fürs Halten des Autos.
Wie viel bringt die THG-Prämie 2026?
Die ehrliche Antwort zuerst: Es gibt keinen festen Betrag. Die Prämienhöhe hängt am Marktpreis für CO₂-Zertifikate, und der schwankt. Ein kurzer Rückblick macht das greifbar: 2022 gab es auf dem Höhepunkt rund 400 Euro, 2024 brach der Markt zeitweise auf unter 100 Euro ein — nicht wegen der E-Autos, sondern wegen eines Überangebots und billiger, teils gefälschter Biokraftstoff-Zertifikate aus dem Ausland.
2026 hat sich der Markt deutlich erholt. Zwei Gründe: Die gesetzliche Minderungsquote wurde erneut angehoben, und ein neues Gesetz geht gezielt gegen die Betrugsfälle vor — minderwertige Biokraftstoffe werden nicht mehr so leicht angerechnet. Beides erhöht die Nachfrage nach echten Zertifikaten und damit den Preis. Stand Juni 2026 nennen Verbraucherzentrale und ADAC eine Spanne rund um 300 Euro und teilweise darüber.
Konkret heißt das für 2026:
- Realistisch garantiert: rund 300 € sind solide erreichbar; die besten festen Angebote liegen bei etwa 380 € (oft inklusive eines einmaligen Neukundenbonus).
- Mit Risiko: Variable Modelle werben mit bis zu rund 450 € — die Betonung liegt auf „bis zu", garantiert ist das nicht.
- Schnell, aber kleiner: Sofort-Auszahlungen liegen meist niedriger, teils bis ca. 330 €.
Die drei Auszahlungsmodelle — und für wen sie passen
Fast jeder Anbieter bietet mehrere Varianten an. Das ist der eigentlich entscheidende Punkt, nicht die plakative Höchstzahl. Hier die drei Modelle im Klartext:
| Modell | So funktioniert es | 2026 typisch | Passt für … |
|---|---|---|---|
| Fix / Garantie | Fester, garantierter Betrag — unabhängig vom späteren Marktpreis. | bis ~380 € | … wer Planungssicherheit will und kein Risiko mag. |
| Flex / Variabel | Endbetrag steht erst nach dem tatsächlichen Verkauf fest. Kann höher oder niedriger ausfallen. | beworben bis ~450 € | … wer auf einen steigenden Markt wettet und Schwankung aushält. |
| Sofort / Express | Auszahlung schon wenige Tage nach Antrag, dafür meist niedriger. | bis ~330 € | … wer das Geld schnell will und auf etwas Höhe verzichtet. |
Mein ehrlicher Rat: Für die meisten ist die Garantie-Prämie die beste Wahl. Du weißt vorher genau, was kommt, und sparst dir das Zittern um den Marktpreis. Das Flex-Modell ist eine kleine Wette — die kann aufgehen, kann aber auch enttäuschen. Die Sofort-Prämie ergibt nur Sinn, wenn du das Geld wirklich diese Woche brauchst.
Warum der Anbietervergleich so viel ausmacht
Das ist der Teil, der die meisten überrascht: Für exakt denselben Aufwand — einmal den Fahrzeugschein hochladen — zahlen die Anbieter völlig unterschiedlich. Ein paar Beispiele aus dem Frühsommer 2026 zur Einordnung:
- Eine bekannte Großmarke wie EnBW warb zuletzt mit rund 95 €.
- Vergleichsportale und spezialisierte Vermittler lagen mit Garantieangeboten bei 320 bis 380 €.
- Einzelne Anbieter bewarben Spitzenbeträge bis 400 € — fast immer inklusive eines einmaligen Bonus.
Das ist kein Druckfehler: Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten seriösen Angebot liegt schnell das Drei- bis Vierfache. Deshalb gilt die einfachste Spar-Regel überhaupt: Nimm nicht das erstbeste Angebot deines Autoherstellers oder Stromversorgers, sondern vergleiche kurz. Zehn Minuten Recherche können hier 200 bis 300 Euro ausmachen.
Faustregel: Beträge vergleichen, Auszahlungstempo prüfen, Bindung beachten — und jedes Jahr neu entscheiden. Treue zu einem Anbieter wird beim Quotenhandel nicht belohnt.
Bist du überhaupt berechtigt?
Die Berechtigung ist klar geregelt — und enger, als viele denken:
- Nur reine Batterie-E-Autos. Plug-in-Hybride, normale Hybride, Wasserstoff- und Erdgasautos bekommen nichts. Maßgeblich ist der Eintrag in der Zulassungsbescheinigung Teil I: „Elektro" im Feld P.3 bzw. der Code 0004 im Feld 10.
- Du musst als Halter eingetragen sein — gekauft oder geleast spielt keine Rolle.
- Das Fahrzeug muss zulassungspflichtig sein. Auch zulassungspflichtige E-Motorräder und E-Leichtkrafträder sind berechtigt. Fahrzeuge mit bloßem Versicherungskennzeichen (z. B. viele 50er-E-Roller) sind es nicht.
- Pro Fahrzeug einmal im Jahr. Hast du mehrere E-Autos, kannst du für jedes eine Prämie kassieren.
Ein häufiger Irrtum zum Schluss: Für deine private Wallbox zu Hause gibt es keine THG-Prämie. Die gibt es nur für das Fahrzeug selbst — und zusätzlich für Betreiber öffentlicher Ladepunkte. Eine Ladestation in deiner Garage oder Einfahrt zählt nicht als öffentlich.
So läuft die Beantragung ab
- Anbieter auswählen und Modell festlegen (Fix, Flex oder Sofort).
- Registrieren und ein Foto oder einen Scan der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein, Vorderseite) hochladen.
- Der Anbieter prüft die Angaben, bündelt deinen Antrag mit vielen anderen und reicht ihn beim Umweltbundesamt ein.
- Auszahlung: Bei Sofort-Modellen in wenigen Tagen, bei den anderen meist erst nach einigen Monaten — je nachdem, wann der Zertifikatsverkauf abgewickelt ist.
Der ganze Aufwand für dich liegt bei wenigen Minuten. Genau das macht die Prämie attraktiv: viel Ertrag für sehr wenig Arbeit.
Frist 2026: nicht zu lange warten
Die gesetzliche Frist ist eindeutig: Der Antrag muss bis zum 15. November 2026 beim Umweltbundesamt vorliegen. Weil dein Anbieter aber sammeln, prüfen und fristgerecht einreichen muss, setzen die meisten ihre eigene Deadline früher — häufig auf Ende Oktober. Mein Rat: Kümmere dich bis spätestens Anfang bis Mitte Oktober darum, dann bist du sicher dabei. Wer die Frist verpasst, verschenkt für dieses Jahr schlicht das Geld — Nachreichen geht nicht.
Steuer: für die meisten kein Thema
Für ein privat gehaltenes E-Auto ist die THG-Prämie steuerfrei — das hat das Bundesfinanzministerium bereits mit Schreiben vom 5. Mai 2022 klargestellt, unabhängig von der Höhe. Du musst sie also nicht in der Steuererklärung angeben.
Anders sieht es aus, wenn das Fahrzeug zum Betriebsvermögen gehört, also etwa ein Firmenwagen oder das Auto eines Selbstständigen ist. Dann zählt die Prämie als Betriebseinnahme und muss versteuert werden. Wenn dein E-Auto in einem Unternehmen läuft, kläre die Verbuchung im Zweifel mit deiner Steuerberatung — ich bin kein Steuerberater und gebe hier nur die allgemeine Linie wieder.
Die Fallstricke — darauf solltest du achten
Die THG-Prämie ist seriös und einfach, aber der Werbemarkt drumherum ist es nicht immer. Diese Punkte trennen ein faires Angebot von einem Lockvogel:
- „Bis zu"-Beträge: Die beworbene Höchstzahl gilt oft nur inklusive eines einmaligen Neukundenbonus — und den gibt es nur einmal pro Anbieter und Fahrzeug. Im Folgejahr fällst du auf den normalen Satz zurück.
- Auszahlungsgarantie: Manche AGB sichern den beworbenen Betrag gar nicht fest zu, sondern behalten sich vor, ihn nachträglich zu senken. Bei einer echten Garantie-Prämie muss der Betrag verbindlich zugesagt sein — lies das Kleingedruckte.
- Mehrjahresverträge: Oft ist nur das erste Jahr mit einem festen Betrag zugesagt; die Folgejahre richten sich nach dem Marktpreis. Manche Anbieter garantieren immerhin einen Anteil des Marktwerts (z. B. 90 %) — das ist fairer als eine vage Zusage.
- Risiko-Modell verstehen: Eine variable Prämie kann enttäuschen, wenn der Markt fällt. Wenn dir Sicherheit wichtig ist, nimm die Garantie-Variante.
- Seriosität: Bevorzuge Anbieter mit klarer, verbindlicher Auszahlung und nachvollziehbarem Track Record statt der reißerischsten Zahl.
Ausblick: Wie geht es mit der THG-Quote weiter?
Die Richtung stimmt für E-Auto-Fahrer. 2026 lag ein Gesetzentwurf vor, der den Quotenhandel bis 2040 verlängert und die Minderungsziele deutlich anhebt — angestrebt sind bis zu 59 Prozent Minderung bis 2040. Gleichzeitig sollen Palmöl-basierte Biokraftstoffe ausgeschlossen und Betrugskontrollen verschärft werden. Für dich bedeutet das: Die THG-Prämie ist absehbar keine Eintagsfliege, sondern eine verlässliche jährliche Zusatzeinnahme — und tendenziell eher steigende als fallende Preise.
Unterm Strich ist die THG-Prämie damit ein fester Baustein in den laufenden Kosten eines E-Autos: kein Vermögen, aber mehrere hundert Euro pro Jahr für ein paar Minuten Aufwand. Verschenken muss man das nicht.
Häufige Fragen zur THG-Prämie 2026
Wie hoch ist die THG-Prämie 2026?+
Es gibt keinen festen Betrag — die Höhe hängt am Marktpreis für CO₂-Zertifikate. Stand Juni 2026 sind rund 300 € realistisch, die besten Garantieangebote liegen bei etwa 380 € (oft inkl. einmaligem Bonus). Variable Modelle werben mit bis zu rund 450 €, garantiert ist das aber nicht.
Wer bekommt die THG-Prämie?+
Halter reiner Batterie-E-Autos, die in der Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen sind (Feld P.3 „Elektro" bzw. Code 0004 im Feld 10). Plug-in-Hybride und Hybride sind ausgeschlossen. Gekauft oder geleast spielt keine Rolle. Auch zulassungspflichtige E-Motorräder sind berechtigt.
Warum zahlen die Anbieter so unterschiedlich?+
Weil jeder Vermittler eigene Konditionen und Margen hat. Im Frühsommer 2026 reichte die Spanne von rund 95 € bei einer Großmarke bis ca. 380 € bei spezialisierten Anbietern — für denselben Aufwand. Genau deshalb lohnt ein kurzer Vergleich vor dem Abschluss.
Welches Modell soll ich wählen: Fix, Flex oder Sofort?+
Für die meisten ist die Fix-/Garantie-Prämie am sinnvollsten: fester Betrag, kein Risiko. Flex (variabel) ist eine Wette auf steigende Marktpreise und kann höher oder niedriger ausfallen. Sofort/Express zahlt in wenigen Tagen, dafür meist weniger — nur sinnvoll, wenn du das Geld schnell brauchst.
Bis wann muss ich die THG-Prämie 2026 beantragen?+
Der Antrag muss bis zum 15. November 2026 beim Umweltbundesamt vorliegen. Weil dein Anbieter ihn bündeln und einreichen muss, setzen die meisten ihre eigene Deadline auf Ende Oktober. Sicherheitshalber bis Anfang bis Mitte Oktober kümmern. Nachreichen ist nicht möglich.
Ist die THG-Prämie steuerfrei?+
Für ein privat gehaltenes E-Auto ja — das BMF hat das mit Schreiben vom 5. Mai 2022 klargestellt, unabhängig von der Höhe. Gehört das Fahrzeug zum Betriebsvermögen (Firmenwagen, Selbstständige), ist die Prämie eine steuerpflichtige Betriebseinnahme.
Bekomme ich die Prämie für meine Wallbox?+
Nein. Die THG-Prämie gibt es für das Fahrzeug, nicht für die private Wallbox. Eine Ladestation in Garage, Carport oder Einfahrt gilt nicht als öffentlich. Nur Betreiber öffentlicher Ladepunkte können zusätzlich eine Quote geltend machen.
Fazit: Wenig Aufwand, ein paar hundert Euro
Die THG-Prämie 2026 ist zurück auf einem Niveau, das sich wieder lohnt. Sie macht kein E-Auto reich, aber sie senkt die laufenden Kosten spürbar — und das für ein paar Minuten Aufwand im Jahr. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
- Rund 300 € sind realistisch, Top-Garantieangebote bei ca. 380 €. „Bis zu 450 €" ist ein Risiko-Versprechen.
- Vergleichen lohnt sich — zwischen den Anbietern liegt schnell das Drei- bis Vierfache.
- Für die meisten ist die Garantie-Prämie die ruhigste und sinnvollste Wahl.
- Nur reine E-Autos, privat steuerfrei, Frist 15. November 2026 (Anbieter früher).
- Kleingedrucktes lesen: Auszahlungsgarantie, Bonus-Bedingungen und Folgejahre prüfen.
🧮 Rechne deine echten E-Auto-Kosten durch
Die THG-Prämie ist nur ein Baustein. Mit meinem kostenlosen E-Auto-Rechner siehst du, was dein Auto über die Jahre wirklich kostet — inklusive THG-Prämie, Kfz-Steuer und Stromkosten gegenüber dem Verbrenner.
Zum E-Auto-Rechner →Mehr zum Weiterlesen: Die THG-Prämie wird oft mit der Kaufförderung verwechselt — den Unterschied und alle Zuschüsse erklärt mein Beitrag E-Auto-Förderung 2026. Wie sich E-Autos steuerlich rechnen, steht in Steuervorteile für E-Autos 2026.
Hinweis: Dieser Artikel fasst öffentlich zugängliche Quellen (u. a. ADAC, Verbraucherzentrale, Verivox, Finanztip) zusammen, Stand 6. Juni 2026. Die THG-Prämie ist ein schwankender Marktpreis — genannte Beträge dienen der Einordnung und sind keine Auszahlungszusage. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Konditionen und AGB des gewählten Anbieters sowie die gesetzlichen Regelungen (insbesondere BImSchG / 38. BImSchV). Für steuerliche Fragen sind die offiziellen BMF-Vorgaben und im Zweifel eine Steuerberatung maßgeblich. Angaben ohne Gewähr.